Burschd deheim – s Maidli

Wänn s Maidli heimkunnt, pfüddlst gäärn de ganz Daag rum. Mol isch s in sinem Zimmer, deno wider im Wohnzimmer, noch em Motto: Jetz bin i do und zwar hundertfuffzig Prozent!

S macht e duals Studium – Betriebswirtschaft. Wiä es do dezöe kumme isch, kann i au nit sage. Ich glaub, es het ebbis ganz anders mache welle wiä ihri Eltere. Also beröeflige Erfolg haa. Des kammer vunnere Möeder, wu fascht drißig Johr in de glich Firma gschafft het, nit grad behaupte. Un mit eme Vadder, wu mit sechzig noch hinterm Herd stoht un fir anderi Lit kocht, kannsch au nit agäh. Wenn s nit grad de Jamie Oliver (der isch z jung, des weiß ich schu) oder de Lichter vu Bad Krozinge isch. Sällen wott i trotzdem nit gschenkt, mit sinem zwirbelte Schnurrbart un dere rheinische Frohnatür. Do isch mer mi Bruddli no leäber.

Un wänn s hundertfuffzigprozentig Dechterli deheim isch, kumm i mer manchmol vor wiä bim e Quiz: Alli zeh Sekunde e Froog beantworte, un am Schluss zelle d Antworte, aber nur wänn si richtig gsi sin. In dem Fall heißt des, dass ich des sage möeß, was es heere het welle.

Fir ei Froog het sie mer e weng meh Zit gäh, wil si tatsächlig mi Ratschlag brücht het. Si macht mit noch e baar Studiekollege e sozials Projekt in dere Firma, wu si grad s Praktikum mache. Si hän sich e Blindeiirichtung rüsgsöecht. Ob ich e Idee hät, was mer mit blinde Mensche mache kennt. Sie het schu e Mind-Map debi gha mit ere Ideesammlung. Aber vieles isch halt nit in Frog kumme, wil mer dodezöe het sähne meäße. Ich hab ere deno empfohle, dass sie villicht zumme Konzert im Freie go kennte, d frisch Luft un d Müsik, immerhin – zwei verschidini Sinne! Ebbis anders isch mer so uff d Schnelli au nit iigfalle. Mi Vorschlag het ere aber schiins nit so rächt basst und si het furt gmacht, ob ich denn nit no ebbis anders wißt. Des isch mer aber deno z bled wore, mit minire Dochter rum z disküdiäre, was mer mit Blinde mache kennt. Des weiß ich doch nit! Ich hab jetz endlig welle s Fotoalbum uffschaffe, s isch in de spoote ninziger Johr stoh blibe. Möeß ich jetz e schlechts Gwisse ha, wil mer nit meh ifallt oder emend wil ich sähne kann? Nai, eigentlig nit, sait mer mi gsunde Menscheverschtand. Si soll doch emol im Google löege. Mer möeß jo nit immer alles nej erfinde.

Un will ich mir des mit de Fotos fescht vorgnumme hab, hab i Beatles iiglait. Des isch e sicheri Method d Burschd üsm Wohnzimmer z kreäge. Ich kann vu mir behaupte, dass ich s Fleisch worene Beatles-Song-Book bin – ehrlig. Ich bin zimlig textsicher, aber mini sängerische Qualitäte sin schiins nit so de Hit. D Beatles aheere z meäße isch fir d Burschd schu schlimm gnöeg, aber wenn i deno bi „Let it be“ so richtig mitjohl, hab i s Feld bal für mich elai.

Eigentlig hab i jetz no e Schlenker uff mi beröeflichi Vergangeheit mache welle un wiä mer do sonigi Projekte aagange sin. Des langt dismol nimmi. S negscht mol meh. Ich will hit noch mit de Bilder ins nej Johrtausend kumme.

„Adjee mitenand“
sait s Rénate

 

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