E weng schaffe goh – löege mer mol (2)

Villicht wird s wohr. Geschtern hab ich probegschafft. Aber jetz vu vorne.

S het tatsächlig emol e Stelleangebot fir e Büroarbet gäh un zwar bime Verein fir Flichtlingshilf. Un an Neijohr – wirklig am 1. Jänner – hab ich e E-Mail im Poschtfach gha, dass si mich gäärn kenne lehre wotte. Si häbe alli Händ voll z döe, bsunders  was d Verwaltung agoht. Do sin si ins Schwimme kumme. So kurzfrischtig wiä si mich iiglade hänn, miän si kurz vor em Versüffe gsi si. Also hän si ganz schnell ebber gsöecht, der sich nur ums Büro kimmeret, uf Minijobbasis, zwei Mol in de Wuch, eimol am Vormittag und eimol am Nochmittag.

Bim Vorstellungsgspräch hän si eweng rumdruckst, dass si jo nit gege elteri KollegInne* (Gendersternli!) hätte, im Ehreamt däts e Hüffe gäh un mer schätzt au d Lebenserfahrung, aber ob ich denn au mit Computer un so umgoh kennt. Die eind Sozialarbeiteri (insgesamt sins vier Lit gsi, wu mit mer gschwätzt hän, will mer will jo wisse, ob d Kanditatin* – villicht macht mer s Gendersternili au wuandersch hi? – ins Team basst) het, ums z verditliche mit de Finger uff ere imaginäre Taschtatur rumtippt. Ich hab bi mir denkt: Ich hab schu mit em Computer gschafft, do hesch dü noch Windle aagha. Gsait hab ich aber ebbis ganz anders, nämlig, dass ich manchmol uf em Mann sinem Computer Solitär spiele derf.

Einezwanzig, zweiezwanzig, so lang isch s gange, bis si verstande hän, dass ich si verepplt hab und hab mer denkt: Jetz hesch ders verschisse. Hätsch nit emol die dumms Mül halte un erscht emol s Hirni iischalte kenne.

Ja, hän diä denkt, dass ich diä letschte 20 Johr mit Hammer un Meißel uf Steitafle rumklopft hab oder uf ere mechanische Schriibmaschine, Marke Triumpf Adler?

Ich hab trotzdem zum Probeschaffe kumme derfe. Si hän mich gli ufgforderet, doch d E-Mails z checke, des het ene kei Röeh glo, ob ich do wirklig demit zräächt kumm. De erscht Gedanke, wu ich diä Taschtatur gsääne hab, isch gsi: Diä lang ich nit aa, im Lääbe nit lang ich diä aa! Diä het üsgsähne, wiä diä in de Hinterhofwerkstatt, wummer unser alte Karre immer hibringe. Soll ich jetzt s Hygienegel un Tempotaschetiächer üs de Handtasche hole un druf rum schlirge? Des hät erschtens bleed üsgsääne un zweitens häts wahrschiins nit vil gnutzt. S isch mer aber schnell e bassendi Üsred iigfalle, nämlig, dass ich mer liäber erscht emol e Iiberblick iber d Aktelage verschaffe wott, thematisch un so. Des hän si natirlig gfresse, wil mer möeß sich jo mit de Arbet identifiziere. Jetz meän si sich halt noch bis zum negschte Mol gedulde.

Des mit de Aktelage isch e greßeri Sach, s git bstimmt interessanti Sache z lääse, aber arg vil isch vu Hand gschriibe gsi un ich hab mer denkt, soll ich emol in d Rundi froge, wiä s denn so mit Computerschriibe isch? Des hab ich mer aber grad noch verdrucke kenne, obwohls mi schu gjuckt het.

Also am Dunnschtig Mittag goht s zum zweite Probeschaffe.

Adjee mitenand
sait s Rénate

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