S goht ums Iiberläbe

– Fir alli, wu liäber zöehorche, d Tondatei isch am End vum Beitrag –

Bi uns uf de Autobahn, also uf de A5 gits jo gäärn emol e Stau. Aber wenn der sicher si willsch, dass nit voran kunsch, wartsch bis ich im Auto hock. Ich bin e Staugarant!

Mich verwitschts immer. Zwanzig Kilometer in zeh Minüte, jo Pfiffeldeckel, do kann schu emol de halbe Morge druf go. Egal in welli Richtung, vum Süde noch em Norde oder umkehrt. Ich bin debi. Aber au ich hab dezöe gleert un horch jetz immer de Radiodiänscht, bevor ich uf d Autobahn gang, wiä hit emorge. Ich bin halt e Gifitzi.

Also bin ich gli iber d Derfer gfahre. Des isch grad räächt gsi, wil ich e mords Kohldampf gha hab. Firs Morgeesse hets nimmi glangt. Aahalte bineme scheene alte Dorfbeck, wu lütter frisch bachini siäßi Stickli het. Ich bin sunscht kei Siäßili, aber d Unterzuckerung isch schins schu zimlig arg gsi. Ich hab e Gluscht gha uf Schneckennüdle (ohni Rosine), Zuckerring mit e hüffe Hagelzucker, Hildabretli, knuschprigi, kläbrigi Schwinsohre, Nusshernli, Häffestreusel un Mohnschnecke.

Im erschte Nescht hets kei Beck gäh, nur e Sky-Bar, e Wettbüro un e Apethek.

S negscht Nescht het e Wirtschaft gha, wu zöe gha het, e Nagelstudio un e Sky-Bar.

Im iibernegschte Kaff hab ich aaghalte, wil ich mer denkt hab, dass es villicht in ere Nebestroß e Beck git, so e scheene alte mit lütter frisch bachene siäße Stickli  . . . oder eifach nur Berliner, wu einem s Gütz s Kiini nabrennt, wämmer nii bißt.

Un schu hab ich e Bretschele-Schild in ere Sittestroß gsähne. Des isch aber so e Art Fata Morgana gsi, s isch nämlig kei Bretschele gsi, sondern Engelsfligel. E mobile Pflegediänscht, „Pflegeengel“ het der gheiße. Uf de Stäge devor sin zwei vu däne Pflegeengel ghockt  un hän uf e Iisatz gwartet un eini gräucht. Mer het si an de türkisblaue T-Schörts mit em Engel-Logo erkenne kenne. Ebbe knappi fimf Zentner Läbendfleisch uf zwei Mensche verteilt, uf e jingeri Frau un e jingere Mann. Des was üs de T-Schörts rüsglöegt het, nämlig schwabbligi Ärm, isch vu obe bis unte tätowiärt gsi. Diä griäne Hoor vu dere junge Pflegeri hän sich eweng mit em türkis vum Schört bisse. Bim Kerli het sich nit bisse, der het nur e baar rasierti Speckfalte mit rote Pfitzli im Gnick gha. Also ich dät do ender an Racheengel  denke, wenn diä zwei zöe mir kumme däte.

NagelNeuSky

Wenns bi mir emol am End zöegoht, hoff ich,  dass ich eifach fridlig iischloof un d Engel hinterher kumme, so wiä s sich des ghäärt.

Fridlig bin ich mittlerwil nimmi gsi, wil ich immer no nix zwische d Zähn kriägt hab.

Im negschte Kaff haltsch noch emol aa. Dert hets alles gäh, was mer hitzedag brücht. E Sky-Bar, e Nagelstudio, wu schu uf gha het un göet bsöecht gsi isch. Do sin lütter Asiatinne mit Mundschutz ghockt un hän de Dorfpomeranze d Negel scheen gmacht, also Kappeschilder mit Muschter und Glitztersteinli verziert, abäppt oder gschmolze oder was au immer. Wämmer do e Mundschutz brücht, isch des bstimmt es gsundi Sach. S Wettbüro het noch zöe gha un s Tatoo-un Piercingstudio au. Dert hab ich aber kenne ins Schaufenschter löege un mich driber informiere, wiä mer sich fir e hüffe Geld verschandle lo kann.  Nit nur Noodle, Hooke un Pfil kammer sich ins Fleisch ramme lo, au Mihlistei ins Ohrläppli ibasse. Un wenn de Mihlistei emol rüskait, kammer sich immer noch s Glesertiächli ins Loch hänge bi de Kuchiarbet oder unterwägs de Kittel, wenns einem z warm wird. Do fallt mer ii. S Engelpäärli het au Metall im Gsicht gha. Sie het e Piercing am Nasefligel gha, wu ich erscht denkt hab, dass es e Rotzbägle isch un er het so Ring in de Mitti gha, wiä d Rindviecher.

Tatoo & Co.

Eweng zittrig schu, bin ich wider ins Auto gstiige. Im Radiodiänscht hän si broocht, dass sich de Stau ufgleest het. Bi der erschte Raschtstätte hab ich mir fir zwei Euro fuffzig e Schokomuffin gkauft.

Adjee mitenand
saits Rénate

Wer sich des aheere will, druckt do unte druf.

 

2 Kommentare zu „S goht ums Iiberläbe“

  1. Ach und Hach!!! Wann immer es mir schlecht geht, muss ich nur einen Beitrag aus dem Renate seinem Blog hören – und alles ist gut! (Wenn ich nicht grad vor Lachen verkringelt verdreht unterm Stuhl liege…)

    DANKE!!!

    Maria

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