Am Fettnäpfli vorbei

– Ahorche kammer des au, unte isch d Tondatei –

S isch kääb gsi, zimlig kääb. Ich möeß jetz aber vu vorne afange.

Do, wu isch schaff, bi de Flichtlingshilf, in dem Hüs sin noch meh sonigi Verein, Verbänd un Verwaltunge, so soziali halt. Ei Verein im Hüs heißt Kreis für Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Wu ich des eso gläse hab, hab ich mer denkt, dass des villicht so e Art Institution isch, so e Gsprächskreis, wu bsunders gscheiti Lit higehn. Mer hets jo immer wider vu de Hochbegabte. Fir mich isch des Büro ganz klar e Genieschmiedi gsi.
Im Treppehüs un im Igang, do wu ich schaff,  isch alles behindertegerecht un s git au e Hüffe Schilder mit Piktogramme, s begegne einem au immer mol wider Lit, wu mer meint, dass si  geischtig oder kerperlig igschränkt sin.

D Kolleginne hän mich deno driber ufklärt, dass mer hitzedag nimmi behindert sait, sondern vu bsundere Fähigkeite spricht. Jetz hab ich zwei un zwei zämme zelle kenne. S git also au e Büro fir Behindertehilf. Denke derf mer des Wort jo noch.

Vorgeschtern, wu ich am Nomittag Dienscht gha hab, hets an de Diire gschellt un s sin zwei Männer dogstande. E eltere un e jingere. Vadder un Sohn, hab ich gli denkt. Beidi hän si e Pferdeschwanz gha. De elter e dinne, graue un de jinger e dicke, kurze, wu obe uf em Hinterkopf g’hockt isch – Hipschter-Dutt sait mer dodezöe.  De Dutt isch keck in d Hechi gstande, wil der jung Mann de Kopf rab hänge loh het. Iberhaupt isch er do gstande wiä e zämmekaite Herdepfelsack.

De elter het deno s Wort ergriffe. Si sin ganz spontan vorbeikumme un wotte sich kurz vorstelle. Ich hab des Mißvertändis gli welle ufkläre un ene de Wäg zöem Büro vum Kreis für Menschen mit besonderen Fähigkeiten zeige welle.

Glickligerwis het mich der nordditsch Turbobabbli nit zöe Wort kumme loh un het gsait. „Guten Tag, Sie sind bestimmt René. Dürfen wir uns vorstellen? Wir sind die männliche Unterstützung in der sozialen Arbeit bei der Flüchtlingshilfe, ich bin der Geert, mit zwei ee und t am Schluß, mein Kollege heißt Timotheus, wie man’s spricht.“

Mir isch s heiß un kalt wore, wu ich mer üsgmolt hab, was bassiärt wär, wenn ich däne de Wäg zöe de Behindertehilf zeigt hätt. S Herz het bumberet, dass ich denkt hab, des siht mer bstimmt un hab verstohle ammer nab glöegt.  Ich hab mich aber zämme grisse un mini beide neje Kollege aagstrahlt: „Wiä ich heiß, wissener jo, vergesse de Accent aber nit uf em e am End, vu links unte nooch rechts obe“,  isch s mer rüsgrutscht.

Si hän mich aglöegt wiä Äutos, wil ich Dialekt gschwätzt hab. Ich hab si nomol herzlig wilkumme gheiße un ene alles zeigt un erklärt – uf hochditsch natirlig.

Adjee mitenand
saits Rénate