Klassetreffe – vu Frau zu Frau

Ganz dunkli Sitte zöem Nochläse

S isch schu wider bal zwei Joh her, dass mir s letscht Klassetreffe gha hän. Un wil mer alli jo nit jinger wäre, hämmer gsait, dass es doch scheen wär, wämmer sich alli zwei Johr treffe dät un nit nur alli fimf Johr. Un ich bin wider gspannt, nit uf de Goldknopfkerli mit de Silberstreife in de Hoor. Der kammer gstohle blibe.

Nai, ich bin gpannt uf mini Schöelkameradinne. Mir Fraue löege uns nämlig uf e ganz spezielli Art a, s isch kei Löege, mir mache in Sekundeschnellie Ganzkörperscan. Am Beispil vu de Carmen gits jetz emol so e Ganzkörperscan, vum Kopf bis zöe de Fiäß.

D Carmen, schu elai der Name, unter lütter Renates, Beates, Elkes und Martinas! Si isch e schu immer e gstandes Wib gsi. Mir sin jo in de fimfte Klass zämme gwirfelt wore un diä Maidli üs minere Klass, mir hän halt alli Steckebei, Blätz uf de Knie, Hasezähn un Ratteschwänzli gha. Un d Carmen isch dert schu e  e richtige Frau gsi, mit no nit emol elf Johr. Mit Oberwiti, nit z knapp un e breiti Hüfte, mr kennt schu sage eweng e Badwann. D Sophia Loren unter de Sextanerinne, kennt mr sage. Diä brüne Hoor jetz zöe neme flotte Bob gschnitte. Uf de erschte Blick sin d Hoor nit gfärbt gsi, aber so genau hab ich des nit beurteile kenne, wil mr mit eme Meterachtefuffzig schlecht ebberem einsfimfesibzig große Mensch uf de Kopf löege kann. Oberum het si so e Blüs aagha, wiä mer si jetz het, mit eme Gummizug unte un obe zimlig wit üsgschnitte (Ich kann so e Gummizig nit ha, do rutscht mer de Tschobe diä ganz Zit de Buckel nuf). So e Push-Up-BH isch schu rächt un mer brücht de Natür jo nit uf Deifel kumm rüß de freie Lauf, in dem Fall, de freie Fall lo, aber wenns deno im Dekeltégräbli kritz un quer Falte git, isch des halt au nit. Jetz gohts e Stickli nab, unter d Oberwiti. Diä wit Blüs isch schu raffiniärt gsi. Ich hab nit erkenne kenne, ob si e Mage het, so einer, wu rüsstoht. Diä meischte Fraue kriäge jo so e Mage irgendwänn. Jetz kunnt d Iberraschung. Wu isch d Badwann, also s Fidle vu de Uschi blibe? Weg, het diä sich s Fidle wegoperiäre lo? Nai, au dodezö gits e Beobachtung vu mir. Des isch nur e Verlagerung. Üs de Masse vum Fidle isch de Mage wore. Jetz weiß ich au, dass si e Mage ha möeß, wil s Fidle nimmi do isch, s isch nur noch so e Spitzwegge in de Hose gsi.

Mer sin schu fascht unte. Wade het si immer noch zimlig strammi, kei unnetig Fett dra, aber ordentlig Muskle, inne un usse  un uf der erscht Blick au keini Krampfodere. Des möeß mer halt zeige, wurum lauft mer sunscht im Jänner mit Dreiviertelhose rum?

D Fiäß, d Endstation vum Ganzkörperscan sin jetz dra. Also irgenwiä simmer diä Schöeh wu si agha het, bekannt vorkumme. Hejo, diä hets nämlig bineme Abiäter fir Halluxschöeh gäh. Wu ich si im Internet gsähne hab, hab ich eweng zegeret, wil ich nit gwißt hab, ob si nit doch eweng altbache üssähne, aber eigentlig sähne si nit schlecht üs, nit emol in Greßi 41, wiä de Uschi ihri Schlappe. Bi minere Greßi, sibendedrißig, brüch ich mer deno kei Kopf mache. Diä bschtell ich mer gli morge. 

Adjee mitenand

saits Rénate

Narri, Narro, Ajoo!

Kolumne „Lueginsland“ in der Badischen Zeitung vom Samstag, 13.02.2021,
geschrieben und gesprochen von B. Ruf

S negscht Johr wider

Diä arme Narre, was miän diä lide, de große Verzicht schu vor de Faschtezit!

Debi gits doch so scheeni Brauchtümer in de Fasnetszit: Kravatte abschnide, Geldbittel wäsche un um de Hemdglunkerumzug ischs halt au schu schad. Grad het er wider so e Art Renaissance erfahre. Mr het in de letschte Johre immer meh ErzieherI*_/nne mit KinderschiälerI*_/nne am schmutzige Dunschdig umender dappe sähne. D Kinder hän aber nit sälwer Krach gmacht, obwohl si des jo zimlig göet kenne, nai, si hän jetz e Leiterwägili mit eme Ghettoblaschter debi un üs dem kunnt Pischtegaudi-Müsik rüs. So ändere sich d Sitte, nit immer zöem Göete.

Un au diä andere Umzig am Sundig un am Mändig were vili vermisse. Was isch des fir e Frejd, stundelang in de Kelti z stoh, sich de Arsch abzfriäre un billigi Gützili an de Kopf bohlt kriäge. Un s Konfetti kajt einem bis Oschtere üs de Tschobe.

So e beeses Ripp, diä Frau Ruf, were jetz d Lit denke, diä will uns d Fasnet verleide.

Ich hab miner Text absichtlig iberspitzt formuliert. S isch nit alles schlecht an de Fasnet. D Lit hän sich schu immer gärn verkleidet. Un frejer hän au diä glaine Gmeinde s ganz Johr iber Peinlichkeite gsammelt un diä deno uf de Elferratssitzung luschtig un au geischtreich ufbereitet. Do fählts hitztedag eweng dra, am Esprit, kennt mr jetz hochgstoche sage.

Villicht s negscht Johr, Zit zöem iberlege hämmer deno jo meh wiä gnöeg gha.

Ajoo

2021 – da gibt es viele Wünsche

Ich habe meine Kolumne Lueginsland in der Badischen Zeitung von Samstag, 02.01.2021, vom Alemannischen ins Standarddeutsche übersetzt.

Ja nun, was will man noch sagen, schlimmer geht nimmer oder immer? Man wird sehen.

Die Feiertage haben die meisten Menschen gut über die Bühne gebracht. Man meinte schon fast Erleichterung zu spüren, dass für dieses Mal die ganzen Umstände und Absprachen mit den gegenseitigen Einladungen entfielen.

Nichtsdestotrotz wünscht man sich die alten Zeiten zurück, aber nicht unbedingt über die Feiertage, diesen Zustand kann man so belassen.

Einen großen Wunsch habe ich für das Jahr 2021 und ich weiß jetzt schon, dass er nicht in Erfüllung gehen wir. Dafür ist es wahrscheinlich schon zu spät, weil sich ein Satz schon genauso verbreitet hat, wie das Virus selbst: Bleiben Sie gesund! Dieser Satz ist omnipräsent, man findet ihn unter jeder Ansprache und jedem Aufruf. Warum schreibt man nicht „Machen Sie’s gut“, „geben Sie aufeinander acht“ oder einfach „seien Sie vorsichtig“. Das wäre eine ehrliche Sache. Bleiben Sie gesund, diese Aussage setzt Gesundheit voraus, die man haben muss. Was ist mit denen, die gerade mit dieser mitunter fiesen Krankheit zu kämpfen haben oder gerade wieder auf die Beine kommen und mit Sauerstoffschlauch in der Nase ganz langsam sich fortbewegen, weil zu mehr die Kraft nicht reicht. Vergessen wir nicht den Personenkreis, der noch gar nie gesund war und es auch nie werden wird. All diese Menschen müssen sich doch verhöhnt fühlen.
Es wäre so schön, wenn nicht flächendeckend unreflektiert abgedroschene Phrasen  übernommen würden und man einfach kurz innehält, sich überlegt was man eigentlich sagen will, bevor die Kunde in der Welt verbreitet wird.

Dies ist mein Wunsch für 2021.

hier der Originaltext aus der Badischen Zeitung vom

2021 – do gits vili Winsch

Jetz do, was willsch noch sage, schlimmer geht nimmer oder immer? Des were mr sähne.

Aber d Firdig hän diä meischte göet rumbrocht un s het einem dunkt, dass d Lit schu fascht erlichteret gsi sin, dass si nimmi des ganz Häckmäck mit de Iladunge gha hän.

Mr winscht sich änewäg diä alte Zitte zruck, nur nit an de Firdig, des kennt eso blibe.

Fir 2021 hab ich noch ei große Wunsch un ich weiß jetz schu, dass er nit in Erfillung go wird. S isch wahrschins schu z spoot isch, wil der Satz sich es eso verbreitet wiä de Virus selber: Bleiben Sie gesund! Der Satz isch omnipresänt, dr findsch en unter jedere Aaproch un jedem Ufröef. Wurum nit  „Mache‘s göet“, „basse ufenander uf“ oder vu mir üs eifach nur „Obacht“, des alles kennt mr sage un schribe, des wär doch e ehrligi Aglägeheit.  Bleiben Sie gesund, des setzt Gsundheit vorüs – erscht mol hesch! Was isch mit däne, wu grad mit dere elendige Kranket z kämpfe hän, oder wu kämpft hän un grad wider uf d Bei kumme,  mit em Schlichli in de Nase rumschnorchle un umenader schliche, wil meh halt eifach nit goht. Vergesse derf mr au sälli nit, wu no niä gsund gsi sin un s au niä were. Fir diä alli möeß sich des doch aheere wiä e Hohn. S wär eso scheen, wenn nit immer gli alli diä abdroschene Phrase ibernemme däte un e glai weng s Hirn ischalte däte, bevor si ebbis loslehn – was will mr eigentlig sage? Des winsch ich mir fir 2021.

Neujohrsasproch 2021

Kei Text, nur e Video – mol löege wiä’s wider goht, ob’s wider goht. Kumme göet ins nej Johr ni!

Am Achti isch Firobe!

bi uns kammer au vum Bode esse, mr findet immer ebbis

Nur e glains Filmli, kei langi Gschicht, des möeß au emol lange, in dere Zit vu Entbehrunge.

Nit jomere, am achti hän schu vili deheim si miäße.
Kenne ner noch des Liäd vun de Conny Froebes „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, denn um Acht müssen wir zuhause sein.“

Coronahomeschtory – Fortsetzung

S goht grad wider so. Ikaufe, koche, esse, ufrüme, butze, Abfall rabbringe, zwischedurch Wesch wäsche, zämmelege . . . Un niä isch mr elai, fascht niä, nur im Bad oder uf em Klo oder wämmer e geniali Idee het . . .

Ah ja, s Maske naije hätt ich beinah vergesse, säll möeß halt au si, wämmer nit mit de Einheitsmaske rumlaufe will.

Au dismol kammer nur zöehorche oder zöelöege, kei gschribene Text. Äs sin halt eifach anderi Zitte.

Oschtere 2020

Disjohr isch Oschtere anderschd, ganz anderschd.

Bi dem Beitrag gits au s erscht mol kei Text, nur s Filmli. S het mr leider nit zöem schminke glangt, d Hoor hab ich au nimmi föhne kenne hit morge, sunscht wär emend noch ebber ufgwacht un hät an d Baddire bumberet. Deswäge au d Morgemantel, wil an de Schrank bin ich au nit kumme.

Aber duscht un d Zähn butzt hab ich schu, säll möeß si. Mr sott sich jo nit go lo. Dass mr in de Jogging-Hose rumlauft un d Hoor immer lenger wäre, des langt schu.

E göete Zit

Basse uf Ejch un anderi uf

Rénate

Was mr so alles findet

D Recyclinghef hän jo zöe, aber mr wil halt änewäg ufrüme. Do blibe nur noch d Datei uf em Rechner ibrig, säller Abfalleimer kannsch ganz eifach leere, ohni dass dr iberlege möesch, wuhi mit dem ganze Gfräs. Aber mr stolperet au iber so manches, wu mr ins stüne kunnt. So hab ich e Artikel gfunde, wu ich vor grad emol drei Johr fir d elsässich Zittung „Land un Sproch“ gschribe hab. Wer hät dertemol denkt, dass s Elsiss so nooch dasses au isch, emol si wit ewäg si wird. Grad de letschte Satz het mr z denke gäh.

Elsass – Baden, gestern und heute

Es war am weißen oder schwarzen See, es herrschte wahrlich kein Picknickwetter. Das Bild vor meinen Augen: Ein Citroën Ami 8 mit aufgeklapptem Kofferraumdeckel, unter dem die Erwachsenen schutzsuchend ihr Vesper genossen, die Jugendlichen mussten es sich auf den umherliegenden Felsblöcken bequem machen. Hört sich nach einem tristen Erlebnis an. War es aber ganz und gar nicht. Ich war eine der Jugendlichen. Außer diesem bildlichen Arrangement habe ich noch eine andere Erinnerung, die sich in meinem Hirn festgebrannt hat:  Der köstliche Geschmack von Baguette mit Münsterkäse. Eine einfache Mahlzeit, ein einfacher Ausflug zu den Nachbarn jenseits des Rheins. Ausflüge wie diese gehörten nicht zum Alltag, denn der Alltag war wie überall von Schule und Arbeit geprägt, jedoch nahm man sich häufig die Zeit, am Wochenende oder in den Ferien ins Elsass zu fahren. Bei diesen Besuchen wunderte man sich mitunter über die Architektur, die gewagte Farbgebung beim Häuseranstrich, die Essgewohnheiten (Froschschenkel und Schnecken!). Aber der Austausch fand statt und wir waren froh, unsere mühsam erlernten Französischkenntnisse nicht anwenden zu müssen, verstand man sich doch unter Alemannen.

Dies alles hat sich verändert. Das Leben ist vielfältiger geworden, die Event-Kultur ist allgegenwärtig. Welchen Jugendlichen kann man noch mit einem einfachen Ausflug ins Elsass locken ohne adrenalinausschüttende Aktivitäten in Aussicht  zu stellen? Wieso nach Straßburg fahren, kann man mit Billig-Airlines nahezu jede europäische Metropole in Kürze erreichen?

Wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken? Durch Vorleben.

Zum Beispiel einfach an einem Samstagmorgen den Nachwuchs ins Auto packen und anstatt beim heimischen Discounter Unmengen Unnützes einzukaufen,  auf den Markt nach Mulhouse gehen. Dort gibt es alles, was man braucht und die Jugend staunt, dass man nach einer halben Stunde Autofahrt sich auf einem anderen Kontinent wähnt. Auch das gehört zum Elsass.

Aber die Beziehung Elsass – Baden sollte nicht nur auf das Kulinarische heruntergebrochen werden. Vielmehr sollten beide Seiten den  Kontakt suchen, um Gemeinsamkeiten festzustellen und über Unterschiede zu reden. Austausch ist inspirativ, öffnet die Sichtweite und bringt neue Ideen hervor.

Zurzeit wird in Baden-Württemberg diskutiert, den Fremdsprachenunterricht, also englisch und französisch in der Grundschule zugunsten der Förderung der Schreib-und Rechenkompetenz der Grundschüler, teilweise zu streichen. Ein Raunen ging durch die südwestliche Nation.

Aber seien wir ehrlich? Die Anzahl der Vokabeln, die in zwei Jahren Grundschule vermittelt wird, entspricht der weniger Wochen Fremdsprachenunterricht in der weiterführenden Schule.  Meine Vision:  Einen jährlicher Klassenausflug zu den nahegelegenen Nachbarn, in den Schulalltag hineinschnuppern und dann gemeinsam mit der Partnerklasse eine landestypische Institution, beispielsweise eine Käserei besuchen. (Ich höre schon die Stimmen aus der Elternschaft im Südwesten, die Bedenken zur Laktose(un)verträglichkeit ihrer Kinder äußern, ganz zu schweigen von nicht vorhersehbaren Gefahren, die von Listerien ausgehen könnten.)

Und warum muss das Ziel der Studienfahrt in der Oberstufe immer möglichst weit weg und exotisch sein?  Wieso nicht nach Straßburg fahren?  Ein Konzert in der Laiterie, ein Besuch im Bain Municipal, Flammekueche à la discretion und die Romantik der Petit France erleben, könnten gleichermaßen Programmpunkte einer gelungenen Studienfahrt sein.

Innehalten, reflektieren, Urteile überdenken und aufeinander zugehen, letztendlich sich einfach ab und zu besuchen, wie alte Freunde. So kann die Beziehung Elsass-Baden lebendig gehalten werden.

Beate Ruf

Freiburg, 10.05.2017

Alemannischi Spitze

Am Sundig, 5. Jänner 2020 no nit vor? Löege do, s fangt am sechsi z Owe a un zöem Tatort kenne ner wider uf em Sofa hocke:

E schlipfrigi Gschicht zöem neje Johr

Diä schlipfrig Gschicht zöem Ahorche

Work-Life-Balance, nur was machsch, wänn der nimmi schaffsch, nur noch s pralle Rentnerläbe hesch, der möesch e Balance finde zwische dämm was der möesch un des isch nimmi vil un dämm, was der willsch. Un do kunnt de eind oder ander eweng ins schlingere.

S isch im Herbscht gsi, im wunderbare Herbscht, wu mer disjohr gha hän. Ei Dag  scheener wiä de ander, aber am End vu de Wuch het solle Schluss si demit.

Deswäge sott mer noch emol in Hechi goh, in de Schwarzwald, sich noch emol an däne scheene Farbe satt sähne un eweng umenader dappe.

 Also hab ich amme scheene Zischdig Nomittag der Herbscht d Wandervegel gfrogt (Bekannti vu uns, wu au siter eme Wili in Rente sin), ob si nit Luscht hätte, spontan am negschte Dag, also am Mittwuch, eweng nuff z fahre, ohni mi Mann, wil der het jo miäße schaffe.

Des giäng gar nit, wil si am Mittwuch immer Wesch wäsche. Ob mer des denn nit uf de Dunschtig verlege kennt? hab ich gmeint. Nai. Des goht nit. Un deno hab ich erfahre derfe, wurum des nit goht.

Si wäsche all vierzeh Dag am Mittwuch d Wesch. Des gheert zöe neme ganz üsklügelte Syschtem. Sitter d Burschd d dreckig Wesch nimmi heimbringe, kriäge si d sibe-Kilo-Maschin nimmi so schnell voll. Un dass si in de Rente nit in de Schludrian ni groote, hän si s Läbe dodenoch strukturiert, was halt im Läbe eso astoht, dodezö gheert Iikaufe, zöem Dokter goh, butze Wesch wäsche un zwar alli  vierzeh Dag in de ungrade Kalenderwuch. Beidi hän jetz sechzeh Unterhose. Si sin uf wißi Unterhose umgstige, ebbe, dass si d Maschin vollkriäge, also vierzeh plus zwei fir de Notfall, also wenn emol ebbis denäbe goht oder d Wesch nit trucke wäre will. So e Notfall hän si nämlig schu emol gha, dass es uf diä schu fascht trucke Wesch drufgrägnet het, wil si furtgange sin. Jetzt gehn si am Wäschdag  nimmi furt. Diä erscht Maschin wird am halber achti am Morge ob döe. Si stehn jeder Morge am halber achti uf, Tagestruktur isch wichtig, au als Rentner. Diä wiß Wesch goht deno dreidreiviertel Stund, nit dreimol e dreiviertel Stund, sondern drei Stunde un fimfevierzig Minüte, Ökowaschgang mit extralangem Iiweiche in de Dreckbriähji. Diä Maschin isch deno am viertelzwelfi fertig un isch bis am zwelfi ufghängt. Des goht nämlig e Wili bis der alles ufghängt hesch. Mit achtezwanzig Unterhose kriägsch nämlig noch kei Maschin voll, deswäge sin si au sockemäßig uf wiß umgstige. Ich hab als schu emol denkt, „Des siht bigott bschisse üs, diä wiße Socke zöe de sempfgäle Dreiviertelwanderhose.“ Ich hab mich nit träut z froge, wurum si jetz immer wißi Socke ahän, ich hab halt vermöetet, dass sie Föeßpilz hän un d Socke koche miän. Abernai, Schwesternsöcken fir si un Arztsocken fir de Mann.Des ich wider emol e typischi Rolleverteilung. Aber dodrum gohts jetz nit. Vu de Socke hän si aber nur e Puffer vu einem Päärli, wil bi de Fiäß jo nit denäbe goh kann un s diä Socke im ginschtige Dreierpack gäh het un deno hebs am Black Friday au no zwanzig Prozent Rabatt gäh. Superschnäppchen white socks on black Friday kennt mer sage. Jetz simmer aber bim Ufhänge. Si miän jetz also achtezwanzig, im schlimmschte Fall drißig Unterhose ufhänge. Dodezöe kumme sechsefuffzig Medizinersocke. Des isch bigott e Hüffe Gschäft, deswäge mache si des zämme. De Mann schittelt d Wesch üs un d Frau hängt si uf. Punkt zwelfi gits Mittagesse. Jetz möeß mer sich diä Kataschtroph emol vorstelle. Im schlimmschte Fall drißig Unterhose, jedi mit zwei Klämmerli ufghängt, sechsefuffzig Socke dezöe, alles wider abhänge, nomol schleudere un wider ufhänge un des nooch em Mittagesse, wu si si sich doch immer eweng nalilege, natirlig erscht wenn d Kuchi tiptop in Ordnung brocht wore isch.

Ich hab d Problematik erkenne kenne un vollschtes Verständnis zeigt un gsait, dass ich ene zöem negschte Geburtstag, jedem zwei Unterhose schenke dät, fir de Extremfall, wißi natirlig.

Des brücht ich nit, si hän nämlig noch e baar farbigi Unterhose vu frejer ufghebt, fir bsunderi Aläß un Glägeheite un so ei-zweiditig d Augebraue glupft. Nai, nit au des noch, keini erotischi Wandervegelgschichte.

Ich möeß jetz ganz gschwind wu na, sunscht gits e Malheur ischs me in minere Verzwiflung nüsplatzd. Do hän si vollschtes Verständnis gha.

Adjee mitenand

saits Rénate