Coronahomeschtory – Fortsetzung

S goht grad wider so. Ikaufe, koche, esse, ufrüme, butze, Abfall rabbringe, zwischedurch Wesch wäsche, zämmelege . . . Un niä isch mr elai, fascht niä, nur im Bad oder uf em Klo oder wämmer e geniali Idee het . . .

Ah ja, s Maske naije hätt ich beinah vergesse, säll möeß halt au si, wämmer nit nit de Einheitsmaske rumlaufe will.

Au dismol kammer nur zöehorche oder zöelöege, kei gschribene Text. Äs sin halt eifach anderi Zitte.

Was mr so alles findet

D Recyclinghef hän jo zöe, aber mr wil halt änewäg ufrüme. Do blibe nur noch d Datei uf em Rechner ibrig, säller Abfalleimer kannsch ganz eifach leere, ohni dass dr iberlege möesch, wuhi mit dem ganze Gfräs. Aber mr stolperet au iber so manches, wu mr ins stüne kunnt. So hab ich e Artikel gfunde, wu ich vor grad emol drei Johr fir d elsässich Zittung „Land un Sproch“ gschribe hab. Wer hät dertemol denkt, dass s Elsiss so nooch dasses au isch, emol si wit ewäg si wird. Grad de letschte Satz het mr z denke gäh.

Elsass – Baden, gestern und heute

Es war am weißen oder schwarzen See, es herrschte wahrlich kein Picknickwetter. Das Bild vor meinen Augen: Ein Citroën Ami 8 mit aufgeklapptem Kofferraumdeckel, unter dem die Erwachsenen schutzsuchend ihr Vesper genossen, die Jugendlichen mussten es sich auf den umherliegenden Felsblöcken bequem machen. Hört sich nach einem tristen Erlebnis an. War es aber ganz und gar nicht. Ich war eine der Jugendlichen. Außer diesem bildlichen Arrangement habe ich noch eine andere Erinnerung, die sich in meinem Hirn festgebrannt hat:  Der köstliche Geschmack von Baguette mit Münsterkäse. Eine einfache Mahlzeit, ein einfacher Ausflug zu den Nachbarn jenseits des Rheins. Ausflüge wie diese gehörten nicht zum Alltag, denn der Alltag war wie überall von Schule und Arbeit geprägt, jedoch nahm man sich häufig die Zeit, am Wochenende oder in den Ferien ins Elsass zu fahren. Bei diesen Besuchen wunderte man sich mitunter über die Architektur, die gewagte Farbgebung beim Häuseranstrich, die Essgewohnheiten (Froschschenkel und Schnecken!). Aber der Austausch fand statt und wir waren froh, unsere mühsam erlernten Französischkenntnisse nicht anwenden zu müssen, verstand man sich doch unter Alemannen.

Dies alles hat sich verändert. Das Leben ist vielfältiger geworden, die Event-Kultur ist allgegenwärtig. Welchen Jugendlichen kann man noch mit einem einfachen Ausflug ins Elsass locken ohne adrenalinausschüttende Aktivitäten in Aussicht  zu stellen? Wieso nach Straßburg fahren, kann man mit Billig-Airlines nahezu jede europäische Metropole in Kürze erreichen?

Wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken? Durch Vorleben.

Zum Beispiel einfach an einem Samstagmorgen den Nachwuchs ins Auto packen und anstatt beim heimischen Discounter Unmengen Unnützes einzukaufen,  auf den Markt nach Mulhouse gehen. Dort gibt es alles, was man braucht und die Jugend staunt, dass man nach einer halben Stunde Autofahrt sich auf einem anderen Kontinent wähnt. Auch das gehört zum Elsass.

Aber die Beziehung Elsass – Baden sollte nicht nur auf das Kulinarische heruntergebrochen werden. Vielmehr sollten beide Seiten den  Kontakt suchen, um Gemeinsamkeiten festzustellen und über Unterschiede zu reden. Austausch ist inspirativ, öffnet die Sichtweite und bringt neue Ideen hervor.

Zurzeit wird in Baden-Württemberg diskutiert, den Fremdsprachenunterricht, also englisch und französisch in der Grundschule zugunsten der Förderung der Schreib-und Rechenkompetenz der Grundschüler, teilweise zu streichen. Ein Raunen ging durch die südwestliche Nation.

Aber seien wir ehrlich? Die Anzahl der Vokabeln, die in zwei Jahren Grundschule vermittelt wird, entspricht der weniger Wochen Fremdsprachenunterricht in der weiterführenden Schule.  Meine Vision:  Einen jährlicher Klassenausflug zu den nahegelegenen Nachbarn, in den Schulalltag hineinschnuppern und dann gemeinsam mit der Partnerklasse eine landestypische Institution, beispielsweise eine Käserei besuchen. (Ich höre schon die Stimmen aus der Elternschaft im Südwesten, die Bedenken zur Laktose(un)verträglichkeit ihrer Kinder äußern, ganz zu schweigen von nicht vorhersehbaren Gefahren, die von Listerien ausgehen könnten.)

Und warum muss das Ziel der Studienfahrt in der Oberstufe immer möglichst weit weg und exotisch sein?  Wieso nicht nach Straßburg fahren?  Ein Konzert in der Laiterie, ein Besuch im Bain Municipal, Flammekueche à la discretion und die Romantik der Petit France erleben, könnten gleichermaßen Programmpunkte einer gelungenen Studienfahrt sein.

Innehalten, reflektieren, Urteile überdenken und aufeinander zugehen, letztendlich sich einfach ab und zu besuchen, wie alte Freunde. So kann die Beziehung Elsass-Baden lebendig gehalten werden.

Beate Ruf

Freiburg, 10.05.2017

Faschtezit un Schlachtplatte

Faschtezit un Schlachtplatte

S isch jo jetz Faschtezit, kei Fleisch, nix Siäßes un kei Tropfe Alkohol. So stohts gschribe. Ah ja, un räuche soll mr au nit.

Aber mr derf mittlerwil sini Faschtezit indiduell gstalte, also nach de eige Bedürfnisse un sälli wäre gfaschtet. Ganz „inn“ isch Internetfaschte, Smartphonefaschte, Fernsehfaschte, Chatfaschte. Alles halt rund um s zäppe, daddle un so.

Also ich bin jo e ganz schwache Mensch. Des mit de Siäßigkeite dät ich noch hikriäge, s Fleisch kammer au gstohle blibe, un mit em Alkohol, do miäßt mr halt emol löege. Am meischte aber treffe däts mich, wenn ich läschtere faschte miäßt. Kei Dag dät ich durchhalte, ich kann d Gosche eifach nit halte, ums Rumlöege rutscht mr ebbis rüß. Mini eind inner Stimm sait „jetz gib doch mol e Röeh“ un diä ander sait „Aber wenns doch eso isch, möeß es doch ebber au sage, herrschaft nomol!“ Un schu ischs gschähne de Giftpfil schiäßt durch d Luft. Manchmol b’halt ich mini Giftpfil au im Kopf. So hab ich mr nejlig denkt, wu e Frau mit sonere Läderlimintaleggin iber d Stroß gsträtzelt isch „Schwarzwurscht, des siht üs wiä e Schwarzwurscht mit Fettstickli, so eini mit Fettstickli drin, wils diä Delle vu de Oragehüt abgmolt het. Irgendwiä hab ich deno wider an d Faschtezit denkt, villicht wäge de Schwarzwurscht, zruck zöe de Fasnet un dass ich d Fasnet immer no nit verlide kann, aber villicht wir ich jo uf mini alte Däg noch Burgermeischteri in irgendeme Kaff un deno miäßt ich jo uf jeder Fall Fasnet mache – was dät ich do alege? Hejo, de ultimative Geischtesblitz het mich troffe.

Ich gang als Schlachtplatte. Ich bstell mr so zwei Läderimitatleggins, eini in schwarz un eini in hellbrün, schnid si in de Mitti üsenander un naij diä verschidene Farbe wider zöe einere Hose zämme. Blöet un Läberwurscht. Ich hätt uf diä Art gli zwei vun dänene Hose, des isch praktisch, eini zöem wechsle, wil dr in däne Plaschtikschlich bstimmt schwitzisch wiä ab. Fir obe rum döets Zottelbullover in kotzgriän als Sürkrüt f un e Schärpe fir de Speck, wu ich sälwer amole miäßt. Do miäßt ich halt eweng iäbe, bis ich diä richtig Maserung vu durchwachsenem Büchspeck hikriäg. Villicht kennt ich au e Stick Stoff mit eme Bild vuneme Stick Speck bedrucke lo, so ebbis isch hitzedag kei Problem meh. Nur fir de Herdepfelbrei fallt mr nit i – au egal, ich nenns eifach Schlachtplatte „Low-carb-Variante“, isch sowiäso gsinder, wämmer bi Schlachtplatte iberhaupt des Wort gsund in Verbindung bringe derf.

Ajoo un Adjee

saits Rénate

Faschte isch nit jedermanns Sache, au manchi Fraue häns nit eso demit, s Rénate schu gar nit.

Alemannischi Spitze

Am Sundig, 5. Jänner 2020 no nit vor? Löege do, s fangt am sechsi z Owe a un zöem Tatort kenne ner wider uf em Sofa hocke:

De Gango

„Ich gang go Iikaufe“ het mi Mann geschtern gsait. „Bringsch Milch mit, s langt glaub ich nimmi fir de Kaffee morne Morge.“ hab ich em gsait. „Basst“ un schu isch er furt gsi. Wu er zruck kumme isch het er alles elai in de Kiählschrank g’rüümt. Hoppla, was isch mit em bassieärt?  Meischtens lit s Zigs nur hi un meint, dass ich des mache sott, wil ich jo mi bstimmti Ordnung hab un er nit falsch mache will.

Hit emorge söech ich nooch de Milch. Gfunde hab ich e Gugele Wurscht un eini mit Käs. So ungfähr drei Pfund War, aber kei Milch.

„Hesch dü kei Milch g’holt?“ hab ich en gfrogt. „Nai, wurum, s isch doch noch do.“ het er gmeint. „Ebe nit, nur noch e Bitzlili un säll isch glaub ich süür wore, wil irgende Dildapp d Milch dusse stoh loh het bi dere Schwiäli un der Dildapp bin nit ich gsi.“

Wänn ich ebbis nit liide kann, deno ischs schwarze Kaffee. „Gohsch dü jetz go Milch hole?“ hab ich do so frejndlig wiäs noch gange isch, gfrogt.

„Ich bin doch nit de Gango“ ischs zruck kumme. „Ich hab au nit gsait Gang go Milch hole, sondern hab dich gfrogt, ob dü jetz go Milch hole go wottsch, wil ders geschtern vergesse hesch. Des isch d Höfligkeitsform, im Hochditsche sait mer do: Würdest du bitte Milch einkaufen gehen? Konjunktiv zwei oder Futur zwei, wenn dr verstohsch, was ich mein. Gang go Milch hole isch de Imperativ, also d Befehlsform, hesch des kapiärt? D Befehlsform wird glich bildet wiä s eifach Präsens, also d Gegewartsform, diä normal, ohni Häckmeck, also nit verwechsle mit Konjunktiv eins. Wenn dü jetz zöem Beispil saisch: Er heb mords einer im Käner gha, wil dü nit weisch, ob des wirklig eso gsi isch, isch des e Möglichkeitsform, aber so häts si kenne  nooch drei große Biär un viär Virtili.“

„Gang mer doch ewäg mit dinere megliche Präfektivform!“ het er deno gmeint. Des hab ich eso nit stoh loh kenne: „Präfektiv gits nit, s git Imperativ oder Präteritum  un  des isch d Vergangeheit, also des was wirklig rum isch, baschta. Dü bisch geschtern ikaufe gange un hesch d Milch vergesse. Dü miäscht jetz sage: Liebling, ich vergaß gestern Milch einzukaufen. Aber das mache ich jetzt geschwind.“ Des het natirlig nit gsait, gar nit het er gsait, nur e mords Schlurbe zooge un isch devu dackelt. Zruck kumme isch er mit Fitmilch! Des derf doch nit wohr si. Weller Daifel het en denn do gritte? Mir hän immer Vollmilch, immer, immer, immer, no niä hämmer des wiß gfärbt Wasser gsoffe. Er heb halt e schlechts Gwisse gha wäge de vile Wurscht un dem hüffe Käs, wu er kauft het, do het er Kalorie spare well, aber doch nit an de Milch im Kaffee! S isch mer nit anders ibrig blibe, wiä sälwer losgoh un Milch kaufe. Ich hab mich fir extrafetti mit 3,8 %-prozentigig entschide.

Adjee mitenand

saits Rénate

Pfingschtschtory oder d shopping queen

Eigentlig hab ich jo e Gschicht zöe Pfingschte verzelle welle, aber s isch mer nit iigfalle, deswäge jetz des.

Shopping Queen, des isch e Fernsehsendung, kenne ner diä? In welem Sender, dass si kunnt, säl weiß ich nit, im Fernseh halt. Ich hab d Shopping Queen schu zwei mol quasi alöege miäße, wil si bi eberem gloffe isch, wu ich bsöecht hab. So ganz alles hab ich zwar nit kapiärt, ich will aber änewäg devu verzelle.

Des isch also eso. Diä, wu Shopping-Queen were will, rennt mit ere Assischtente-Tussi (wahrschins e Freundin) durch e Innestadt vu Kleidergschäft zöe Kleidergschäft un möeß sich inere bstimmte Zit fir e bstimmti Summe e nej Outfit zöelege un ufbretschtele, also nej ikleide un style loh, un am Schluß wirds immer kääb mit de Zit un si renne deno uf Steckilischöeh natirlig (diä sin jo au so praktisch fir e Stadtbummel) zöem Frisär ni. Dert wartet schu e ganz Team, dass si de Queen d Hoor scheen mache derfe – zöem Wäsche langts als nimmi –  un dass si nere s Gsicht amoole derfe.

Also wenn ich d Shopping-Queen wäre wott, dät ich des eso mache, do wär ich schnell demit fertig.

Ich dät z Friburg in d Konviktstrooß goh – d Konviktstroß isch e wirklig scheeni kleini Stroß mit e Hüffe Läde, wu mer scheeni Sache kaufe kann, wu mer meischtens nit brücht. Un s git e baar nobli Boutique mit Frauekleider. Also ich dät in so eini ni goh (ich sage ene als Rechtsanwaltsgattinebekleidungsfachgschäfter) un z allererscht frooge, ob si au ebbis in minere Greßi, also vierzig ufwärts hän. Deno däte si hochnäsig meine, dass des nit eifach wäre dät, im Lade hän si so ebbis nit, si kennte aber mol im Lager löege, was si fir mich döe kennte. Wenn ich deno zeh Minüte bled im Lade rumgstande bin, däte si mit zwei erdfarbige oder steigraue Kleidungssticker uf mich zöe kumme un bedüre, dass es leider nit meh in minere Greeßi gäh dät. S Oberteil üs Cashmere un d Hose in Cool Wool. Uf mi Iwand, dass Wulle mich bisse dät, wir ich ufklärt, dass richtigi Cashmerewulle  gar nit bisse kennt, Coolwool schu drei mol nit un ich bisher wahrschins nur minderwertig Glumbs agha hab. Derartig frejndlig ufklärt gang ich artig in d Kabine un probier a. D Hose spannt am Fidle un bißt an de Bei un de Bullover bißt iberall. Ich nimm beides un denk mer: Des kannsch göet uf Ebay vertickere. De Shopping-Etat isch jetz schu fascht ufbrücht. Also fir d Schöeh langts nur noch in de  Deichmann. Dert kauf ich mir  Sneaker mit Glitzer un denk mer: Diä stellscht im Kartong  vor d Diire mit em Schildli dra: Ungetragen, Fehlkauf, Kassenbon leider verloren, gerne mitnehmen. Viel Freude mit den schicken Teilen.

Deno noch d Krönung fir d zöekinfitg Queen. Frisär un Make-up. Wil de Etat jo schu fascht erschöpft isch, gohts zöem Hairkiller, wäsche, Spitze schniide un sälwer föhne. Säll isch sowieso besser, sälwer föhne. Ich hab als schu emol denkt, si wenn mi Skalp, so hän si ammer rumzerrt un hinterher hab ich üsgsähne  wiä e Pfingschtochs.

Zöem Schluss noch d Königsdisziplin. S Make-Up. Do wir ich sage, dass ich gege alles allergisch bin un nit vetrage kann un üserdem de natirlige Typ bin, dodezöe langt eweng e Puder un e dezente Lippestift un beides hab ich zöefällig  im Handdäschli.

He,  ich will doch nit, dass do eini ins Tepfli langt, wu si schu fir anderi Kundinni mit ihre Kappeschilderfingernegel drin rum dalgt het, un dodemit mir im Gsicht rumschlirgt. S tschüderet mich grad, wänn ich nur dra denk, was sich do alles eso unter de kinschtlige Kappeschilder  asammlet.  Un wenn der hinterher in de Spiägel löegscht, denksch s isch eini üsem Wachsfigürekabinett vu de Madame Tussot, wu dich alöegt.

Also wänn  ich mers richtig iberleg, nai ich will kei Shopping-Queen wäre, im Läbe nit.

Adjee mitenand

saits Rénate

E schlipfrigi Gschicht zöem neje Johr

Diä schlipfrig Gschicht zöem Ahorche

Work-Life-Balance, nur was machsch, wänn der nimmi schaffsch, nur noch s pralle Rentnerläbe hesch, der möesch e Balance finde zwische dämm was der möesch un des isch nimmi vil un dämm, was der willsch. Un do kunnt de eind oder ander eweng ins schlingere.

S isch im Herbscht gsi, im wunderbare Herbscht, wu mer disjohr gha hän. Ei Dag  scheener wiä de ander, aber am End vu de Wuch het solle Schluss si demit.

Deswäge sott mer noch emol in Hechi goh, in de Schwarzwald, sich noch emol an däne scheene Farbe satt sähne un eweng umenader dappe.

 Also hab ich amme scheene Zischdig Nomittag der Herbscht d Wandervegel gfrogt (Bekannti vu uns, wu au siter eme Wili in Rente sin), ob si nit Luscht hätte, spontan am negschte Dag, also am Mittwuch, eweng nuff z fahre, ohni mi Mann, wil der het jo miäße schaffe.

Des giäng gar nit, wil si am Mittwuch immer Wesch wäsche. Ob mer des denn nit uf de Dunschtig verlege kennt? hab ich gmeint. Nai. Des goht nit. Un deno hab ich erfahre derfe, wurum des nit goht.

Si wäsche all vierzeh Dag am Mittwuch d Wesch. Des gheert zöe neme ganz üsklügelte Syschtem. Sitter d Burschd d dreckig Wesch nimmi heimbringe, kriäge si d sibe-Kilo-Maschin nimmi so schnell voll. Un dass si in de Rente nit in de Schludrian ni groote, hän si s Läbe dodenoch strukturiert, was halt im Läbe eso astoht, dodezö gheert Iikaufe, zöem Dokter goh, butze Wesch wäsche un zwar alli  vierzeh Dag in de ungrade Kalenderwuch. Beidi hän jetz sechzeh Unterhose. Si sin uf wißi Unterhose umgstige, ebbe, dass si d Maschin vollkriäge, also vierzeh plus zwei fir de Notfall, also wenn emol ebbis denäbe goht oder d Wesch nit trucke wäre will. So e Notfall hän si nämlig schu emol gha, dass es uf diä schu fascht trucke Wesch drufgrägnet het, wil si furtgange sin. Jetzt gehn si am Wäschdag  nimmi furt. Diä erscht Maschin wird am halber achti am Morge ob döe. Si stehn jeder Morge am halber achti uf, Tagestruktur isch wichtig, au als Rentner. Diä wiß Wesch goht deno dreidreiviertel Stund, nit dreimol e dreiviertel Stund, sondern drei Stunde un fimfevierzig Minüte, Ökowaschgang mit extralangem Iiweiche in de Dreckbriähji. Diä Maschin isch deno am viertelzwelfi fertig un isch bis am zwelfi ufghängt. Des goht nämlig e Wili bis der alles ufghängt hesch. Mit achtezwanzig Unterhose kriägsch nämlig noch kei Maschin voll, deswäge sin si au sockemäßig uf wiß umgstige. Ich hab als schu emol denkt, „Des siht bigott bschisse üs, diä wiße Socke zöe de sempfgäle Dreiviertelwanderhose.“ Ich hab mich nit träut z froge, wurum si jetz immer wißi Socke ahän, ich hab halt vermöetet, dass sie Föeßpilz hän un d Socke koche miän. Abernai, Schwesternsöcken fir si un Arztsocken fir de Mann.Des ich wider emol e typischi Rolleverteilung. Aber dodrum gohts jetz nit. Vu de Socke hän si aber nur e Puffer vu einem Päärli, wil bi de Fiäß jo nit denäbe goh kann un s diä Socke im ginschtige Dreierpack gäh het un deno hebs am Black Friday au no zwanzig Prozent Rabatt gäh. Superschnäppchen white socks on black Friday kennt mer sage. Jetz simmer aber bim Ufhänge. Si miän jetz also achtezwanzig, im schlimmschte Fall drißig Unterhose ufhänge. Dodezöe kumme sechsefuffzig Medizinersocke. Des isch bigott e Hüffe Gschäft, deswäge mache si des zämme. De Mann schittelt d Wesch üs un d Frau hängt si uf. Punkt zwelfi gits Mittagesse. Jetz möeß mer sich diä Kataschtroph emol vorstelle. Im schlimmschte Fall drißig Unterhose, jedi mit zwei Klämmerli ufghängt, sechsefuffzig Socke dezöe, alles wider abhänge, nomol schleudere un wider ufhänge un des nooch em Mittagesse, wu si si sich doch immer eweng nalilege, natirlig erscht wenn d Kuchi tiptop in Ordnung brocht wore isch.

Ich hab d Problematik erkenne kenne un vollschtes Verständnis zeigt un gsait, dass ich ene zöem negschte Geburtstag, jedem zwei Unterhose schenke dät, fir de Extremfall, wißi natirlig.

Des brücht ich nit, si hän nämlig noch e baar farbigi Unterhose vu frejer ufghebt, fir bsunderi Aläß un Glägeheite un so ei-zweiditig d Augebraue glupft. Nai, nit au des noch, keini erotischi Wandervegelgschichte.

Ich möeß jetz ganz gschwind wu na, sunscht gits e Malheur ischs me in minere Verzwiflung nüsplatzd. Do hän si vollschtes Verständnis gha.

Adjee mitenand

saits Rénate

De nackig Münschterturm

Iberall in de Zittunge stoht ebbis iber de nackig Münschterturm oder Helm wiäs schins richtig heißt, also dass es Grischt weg isch un dass mer jetz wider nufstiige kann, ganz nuff bis zöe de Glocke un no wider. Wu ich des glääse hab, ischs mer ganz anderschd wore, nit nur wil ich nit schwindelfrei bin, sondern au wil ich e dunkels Geheimnis hab: Ich bin no niä obe gsi! Bis geschtern. Geschtern bin ich s allererscht mol in minem lange Läbe uf em Münschter gsi. Ich hab schu immer mol nuf welle, au frejer mit de Burschd, wu si noch glai gsi sin, aber de Kerli isch so e ufgregte Gingl gsi un s Maidli e Angschthas. Des hab ich mer nit luschtig vorgstellt, dem Gingl diä steil Stäge hinterher z’renn, mit em Maidli am Bei, wenn der sälwer fascht vor Angscht in Hose machsch.

D Burschd sin jetz schu e Wili nimmi glai, aber irgendwiä hets niä basst, meischtens hab ich schu e volle Ikaufskorb gha, wänns mer wider igfalle isch. Ob do au eweng s Unterbewußtsi e Roll gspilt het, säll schliäß ich jetz emol nit üs.

Aber jetzt bin i obe gsi. Am e scheene Herbschtdag. S isch schu e weng aaschtrengend gsi, diä ganze Stapfle nuff, ich hab zimlig gschnüft, aber wu ich aber obe akumme bin, isch mer schu s Herz uffgange, nit nur wäge de Aaschtrengung. Diä ganze Marktständ im Morgeliächt!

Zöem Alöege:

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Zöem Ahorche:

Un de Gschmack vu de aabaijde Ziwele vu der Wurschtständ! Ich sags Eijch, bis in de Glocketurm het mer des gschmeckt. Un ich hab nur e baar Leffel Müsli mit Ghia-Soome im Ranze gha. S Maidli isch nämlig e baar Daag do gsi un het allerlei Kerner und Müslizöetate mitbroocht un mir d Reschtli do gloh. Vor allem diä Ghia-Soome im Kiählschrank hän weg miäße, si solle jo säumäßig gsund si. Mich hets fascht glupft, wu ich diä schlimige, graue Bebbili ins Müsli gschittet hab. Dapfer hab ich e glains Schissili rabgworgelt.

Jetz aber wider zöem erfreulige Teil vun de Gschicht. D Üssicht isch grandios gsi, aber d Üssicht uf e langi Roti het mich bal wider nabtribe. Unte akumme bin ich schnöerstraks zöem erscht beschte Wurschtstand un hab mer e Wurscht g‘holt  – üsnahmswis emol mit Ziwele, diä zöesätzlige Kalorie hab ich mir jo schliäßlig verdiänt.

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Adjee mitenand

saits Rénate

 

S End vum Salatkopfdrama

oder Toleranz un Unterzuckerung – 2. Teil
wer will, kann  au zöehorche, de Ton isch unte

S isch grad furtgange mit de Lobeshymne uf der säumäßig göet Ifall  mit dere Rumschlenzerei in de Ärm un dasses halt schu klasse üssiht, au wenn d Ärm noch voller Blätz gsi sin un iberhäupt d Blätz gehn jo äweg un bliwe diän diä einzigartig Erinnerunge an Ührzit, wu d Krampe uf de Welt kumme sin. Do isch mr  ebbis durch de Kopf gange un ich hab mich ganz arg miäße zämme nämme, dass ich mit minene Gedanke nit nüsblatzt bin. Mir isch nämlig kumme, dass mi Möeter als verzellt het, dass ihri Möeter, also mi Großili,  immer wider ufzellt het – ohni lang ziiberleege –  wel vu de siebe Kinder wänn uf d Welt kumme isch. Un  de eind oder ander Spruch, vu de „Geburtshelfer“ het si au no parat gha. De Dokter heb eimol gsait, wu er s Kind an de Bei rüszoge het: Maidli, jetz mösch dapfer si un ei bsunders ifiählsami Hebamme heb, wus s Großlili in de Wehe lüt nüsbriält het, gsait: Hätsch frejer briält, jetz ischs z spoot.

Ich weiß au no wänn mini Kinder uf d Welt kumme sin, wurum, des isch ganz eifach, do bin ich sozöesage privilegiärt. Jetz aber zerscht zöe de Salatkopf-Umdüschgschicht.

Wil ich des Gebabbl nimme hab kenne aheere uns mir mittlerwil e weng drimlig wore isch vor Unterzuckerung, hab  ich mr eifach e neje Kopf gschnappt un dämm verdutzde Kerli gsait : Basst schu! un bin devu.

Wu ich deheim in d Diire ni bin , het de Schnellkochtopf in de hegschte Teen pfiffe. Der hab ich vergesse. Ich hab mich fascht nit träut, der Topf vu de Platte z nämme wil ich Angscht gha hab, dass mir des Ding um d Ohre fliägt. Wuner abdampft gsi isch un ich en hab kenne ufmache, sin staubtruckini Herdepfelstickli un Schelfterefätze am Topfrandrand bäppt.  Komboscht oder Biotonne,  uf jeder Fall nit zöem Esse.

So e Saich aber au, un alles nur wil diä dumm Kachle sich nit merke kann, wänn ihri Burschd uf d Welt kumme sin, aber s kann nit jedi so vil Glick ha wiä ich. Ich brüch mer nämlig nur Niini merke. Do hab ichs richtig göet, wil bim Kerli simmer am Niini z Obe ins Krankehüs un am Niini am Morge isch er uf d Welt kumme. Göet merke kammer sich des, sunscht isch nit göet gsi. Lang ischs gange bis der Blotzer endlig rüskumme isch. Des het mi Mann eweng anderscht gsähne, der het ab de elfe gschlofe un isch erscht am achti am Morge, wu s zöem Endspurt gange isch, wider ufgwacht. Des isch de Vorteil vu de Familiezimmer, de grescht Teil verschloofe un hinterher sage, dass mr diä ganz Zit debi gsi isch.

Un bim Maidli ischs wider am Niini gsi, aber am Obend. Am Sibeni z Obe hets im Büch schu eweng zwackt. Am halber Achti hab ich denkt, jetzt röefsch emol de Mann in de Wirtschaft aa, ob er mich ins Krankehüs fiähre kennt. Des sei grad nit so ginschtig, het er gmeint, wil si e großi Gsellschaft hän un do kann er de Kolleg nit elai in de Kuchi loh. Er haut noch de Hauptgang nüs un kunnt deno gli. Ich soll mer e Taxi nämme. So e Taxifahrer isch jo au nit eso ufgregt wiä er, des sei doch vil besser.

So hab ichs deno gmacht un bin am achti im Krankehüs gsi. Am kurz vor de Niini ischs Maidli do gsi un kurz nooch de Niini de Mann. Er isch ins Zimmer gschlurbt, de dreckig, blöetig Kochkittel noch a, het nomol devu aagfange, dass er noch d Hauptgang het miäße nüshaue un de Kolleg jo schliäßlig nit elai het loh kenne …

Un ich hab uf mi glai Bindili näbe mir didet, un hab gsait: Un ich hab in de Zwischezit unser Dechterli nüsdruckt.

Adjee mitenand

saits Rénate

Toleranz un Unterzuckerung

(D Tondatei isch am End – ganz unte)

Vorhin hab ich d Zittunge un d Heftli sortiert, des isch bigott e Hüffe Bapier, wu ins Hüs flatteret. Do isch mer d Sunndigszittung zwische d Finger kumme. Ich glaub jo nit an d Horoskope, aber wunderfitzig bin ich als änneweg. Diä Wuch isch bi mir dringstande, dass ich mir beröeflig keini umständlige Vorschrifte mache lo soll. Des isch in däm soziale Genre, wu ich schaff gar nit eso eifach, also do hätt mer mich nit miäße druf ufmerksam mache. Aber bi Allgemein isch folgendes gstande, so e Art Warnung: Viel Geduld und Toleranz helfen Ihnen jetzt weiter. Des hätt ich mir am Samschtig solle ibleue, wu ich ikaufe gange bin.

Tolerant  und geduldig z blibe wenn dr unterzuckeret bisch, isch nit ganz eifach, ich dät emol sage, s isch ender unmeglig.

E göets Beispil dodefir hab ich am Samschtig, am eigene Leib erläbt.

Wils mer am Fridig nit uf de Münschtermerkt glangt het, bin ich halt am Samschtig um d Ecki an so e Bürestand. Dert gits au fascht alles un s meischt isch sälwer apflanzt.  Was willsch no meh, aber s Flair vum Münschtermerkt fählt halt eweng. Fir dismol hets aber lange solle. Ich hab nur alles fir e gmischte  Salat brücht un s het au alles gäh.

Wiä gsait, s isch spoote Morge gsi un ich kriäg am Morge als fascht nit rab un in däm Falls ischs  nit fascht nit gsi, sondern gar nit.

Wu ich vum Bürestand zruck kumme bin, ischs schu stramm uf  Zwelfi zöegange. Do brüchsch jetz au nimmi aafange z Morge z esse, machsch dr gli ebbis z Mittag, hab ich mer denkt.

Gschwelldi mit Bibilikäs hab ich mache welle. Ich hab d Herdepfel im Schnellkochtopf ob döe, äs sin glickligerwis glaine , neji gsi un, do gohts schneller un hab agfange de Salat z butze. Bim erschte Griff schu lang ich in e Matsch ni. Alles fülig, nur userum diä griäne lädrige Blätter nit.  Wenischtens kei Rüp, hab ich mer denkt, de Schurz abzoge un bin wider an de Bürestand zruck um de Salatkopf umzdüsche. Ich hab mi Aliige vorbrocht, aber nit bi de Merkfrau, wil diä grad bediänt het. Der jung Kerli, wu do als üshilft, het sich schins nit träut, des eigemächtig z entscheide un het mich uf d Cheffi verwise.

Un was mache Merktfraue gäärn, wenn si nit ufem Feld rumkräutere ? Richtig, si schwätze mit de Lit. Un was mr do alles heere kann, ich wott des nit alles wisse, was do verzellt wird. In däm Fall ischs um Tätowierunge gange. Ganz stolz het e Kundin de Merktfrau ihri Tatoos zeigt. S het üsgsähne wiä d Ärm vunere Bekannte, wänn si als mit ihrem Katzerolli gschmüst het. So ischs aber nit gsi. Diä Schlenz het si sich fir extra mache loh, es seie  nämlig ganz bsunderi Tatoos,  hab ich unfreiwillig erfahre därfe. Si het sich, un jetz hebe ejch fescht, d Ührzit wu ihri Kinder uf d Welt kumme sin, in d Ärm ritze lo, wahrschins, dass si des nit vergißt. Also Zahle hab ich keini erkenne kenne (ich  hab mers au alöege derfe) ,wil zöe sonere üsgfallenene Idee ghärt selbschtverständlig au e üsgfallini Schrift. D Lit däte jo nit froge, wänn do stoh dät: Linus, 12.12.2015, 05:25 Uhr, des dät jeder gli erlickere. S isch irgende Schrift gsi, vu dere ich no niä ebbis gheert hab. Aber d Merktfrau het des fir e Wahnsinnsidee ghalte. Ich au, fir e wahnsinns bleedi Idee. Ich hab mich aber zruck ghalte, mittlerwil schu eweng ungeduldig . . .

S het e noch göets End gfunde, dodevu verzell ich s negscht Mol.

Adjee mitenand

saits Rénate