Drecksschtory – Prolog

Eigentlig gits jetz e Schteitment vum Rénate zöe de neje Maßnahme vu de Stadt in Sache Abfallsünder, eigentlig . . .

Immer wenn ich „Aus gegebenem Anlass“ heer, möeß ich an diä alt Firma denke, wu ich gschafft hab vor der Rente. All Ritt hets do e nejs Rundschriebe gäh, Aus gegebenem Anlass. . .  S bescht Rundschriebe isch des mit de H-Milch gsi, hebe Ejcj fescht. Fir sonigi Aglägeheite brüchts halt schu stüdierti Betriebswirt. Nur ganz schnell, deno gohts wider mit em Abfall un em Dreck umenand. Des mit de H-Milch isch eso gsi. S het jo e Teekuchi gäh, wu hauptsächlig Kaffee gmacht wore isch, aber s heißt halt Teekuchi. Un e Zit lang isch de Verbrüch vun de H-Milch in d Hechi gschnellt un keiner het gwißt wurum. Also eigentlig nit keiner, ich habs schu gwißt, oder mir denkt wurum, s isch nämlig sälli Zit gsi, wu d Latte Macciato grad in Modi kumme isch, aber ich bin jo kei stüdierte Betriebswirt, deswäge het mr au nit uf mich gheert. Also isch mr devu üsgange, dass ebber als emol e Bejtili Milch mitnimmt. Wer süfft freiwillig H-Milch, 1,5-prozentigie au no?

Also isch s besagte Rundschriebe mit em gegebene Alass an alli verschickt wore. Dass es jetz kei H-Milch meh git, wägem hoche Verbrüch, zwei bis drei Liter meh in de Wuch wiä diä letzschte zwelf Johr. Des sin ufs Johr grechnet so um diä fimpfezechzig bis gar zibzi Euro im Johr un des bineme Unternämme mit eme Umsatz vu, jo sage mr mol imme siebestellige Eurobereich, do möeß mr schu Acht gäh. Un bi däm Rundschriebe isch noch so e Diagramm debi gsi, fir d Mitarbeiter, wu besser Bilder verstehn. Deno hets ab sofort alternativ diä glaine Portionskaffeesahne igfiärt wore. Jetz kunnts aber. Diä het mer sich am Fritig Mittag, zwische halber eins  un eins im Sekretariat abhole kenne. Drei Stick pro Achtstundedaag. Fir meh hesch dich göet mit eme Teetrinker stelle miäße. Fir diä, wus am Fritig verschlofe hän, hets noch am Mändig Morge zwische achti un halber Nini e Chance gäh.  Mr kann sich vorstelle, wiä des d Sekretäri gfrait het.

Un dass des Schriebe sich nit kleinlig aheert, hän de CFO, de Chief Financial Officer und de CEO, de Chief Executive Officer – mir hän em als de Terminator gsait-  des Ganze mit de ditsche Teekuchiverordnung Wescht begründet. In Oscht gits schins e anderi. Dert, also in de Teekuchiverordnung Wescht stoht angeblig drin, dass mr üs hygienische Gründ in mittelständische Unternämme mit externem Gschäftsbsöech nur Portionskaffeesahne abiäte derf un d Kaffeemaschin (Voll-und Halbautomate) regelmäßig warte loh soll un s letztscht Wartungsprotoll im Besprechungsraum zöer Isicht fir de Gschäfstsbsoäch üslege möeß, möglischt laminiert, dass mr d Flecke wegbutze kann wäge de Hygiene.

Ja, ja, so e CFO un e CEO hän schu wichtigi Funktione.

Adjee mitenand

saits Rénate

Z Friburg in de Stadt . . . wider gohts

– wiä immer kammer de Beitrag au ahorche, d Tondatei isch ganz unte –

Au des möeß emol gsait si.

D Stadt het sich jo rüsbutzt, so heißts als. Des siht mer schu, am Afang uf jeder Fall.

Un endlig kammer wider mit em Rad fahre, ohni dass einem alles ifriärt. Also wu ich am Fritig morge uf de Münschtermerkt gfahre bin, an de Dreisam lang, simmer so gäli Flecke ufgfalle. D Sunne het mi zimlig blendet un deswäge hab ich nit gli erkenne kenne, was des isch. Ob si emend am Rain jetz au schu Oschterglocke apflanz hän? Aber wurum nur einzilni un nit so scheen vili wiä uf de Mitti vu de große Stroße. Es sin leider keini Blöeme gsi, sondern lütter vollgschissini Hundetütli.

D Hundebesitzer hän jo fascht immer diä gäle Tütli debi, meischtens an d Leine bunde. Mich erinnert des immer an e Dracheschwanz, so het mer doch frejer diä bunte Bapierfächerli an de Dracheschwanz abunde. Uf jeder Fall hän d Hundebesitzer uf diä Art immer gli e Tütli parat, wenn de Hund si Gschäftli macht un des kunnt deno do ni. So wit hab ich des kapiärt.
Dann wird des alles göet zöebunde un ab in d Hecke demit oder ufs Trottwar. So maches schins alli. Also hab ich mich gfrogt, ob des eso korrekt isch un hab mich gfrogt, was uf däne Tütli stoht, ob do villicht so ebbis drufstoht, wiä:

Liebe Hundebesitzer,

wir bitten Sie, die Hinterlassenschaften Ihres Hundes in die gelben Tüten zu füllen und fest zuzuknoten. Bitte platzieren Sie die gefüllten Tüten gut sichtbar, beispielsweise am Straßenrand oder in Sichthöhe in der Randbepflanzung der Gehwege. Wir entsorgen diese gerne für Sie.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihrem vierbeinigen Freund.

Die Mitarbeiter der Stadtreinigung bedanken sich

Schliäßlig zahle s Frauchen un s Herrchen jo Hundestiir. Do kennt mer so e Service eigentlig schu erwarte. Ob so ebbis uf de Tütli drufstoht, hab ich nit rüsgfunde, s het mich ehrlig gsait z arg g’ekelt so e Tütli gnauer z’untersöeche.

Un wiäs de Deifel welle het, hab ich in de Stadt e Mitarbeiter vu de Stadtreinigung gsähne, wiä er grad e prall gfillti Tüte ufgläse het. Des möeß e Hüffe vunere Bulldogge oder vum e Dobermann gsi si. Ich hab der Mann direkt agschwätzt un gfrogt, ob ich mit minere Vermöetung richtig lig, dass mer de Schißhüffe zwar ipacke soll, aber deno de eigentlig Uftrag vum Hundebesitzer erledigt isch. Des isch nit eso, het mich der Mann ufklärt, aber s mache mittlerwil fascht alli so un Friburg sei halt zimlig liberal, het er gmeint. Des het er zimlig diplomatisch üsdruckt, find ich.

Adjee mitenand

sait s Rénate

 

 

Z Friburg in de Stadt . . .

Do hab ich nur druf gwartet. Diä Wuch schlag ich d Zittung uf un si häns wider emol vu de Stadtbutzede gha. Des verfolg ich schu e Wiili un jetz möeß es rüs, sunscht verrißts mi noch.

Jedes Johr diä glich Gschicht. Engaschierti Bürger un Schöelklasse dappe umenander un hole kubikmeterwis Dreck un Abfall üs de Bisch un Bäch. Deno macht de Reporter noch e Foto: Schiäler un Göetmensche, mit de sponsorte oraschfarbige Kappe uf em Kopf, löege frehlig in d Kamera un mach ei Sack am andere mit e Hüffe Gfrääs, wu umenander lit, voll. Hei, möeß des Spaß mache, de Dreck vu andere ufzläse. Des isch in minene Auge s Dimmscht, was mer mache kann. Wurum verfahrt mer do nit eifach nooch em Verursacherprinzip? Wer ebbis uf de Bode wirft, möeß es ufhebe – eigentlig klar – un wer sich nit do dra haltet un verwitscht wird, möeß bleche oder derf zöeneme Art „Workshop“ mit Fachkollege, wu des beröeflich mache, nämlig emol e Wiili bi de Stadtreinigung mitschaffe.
Zöem Verursacherprinzip het sich nejlig ebber in de Presse (ich will jetz keini Nämme sage) g’äußeret. Des het der/diejenigi aber ganz anderschd verstande – s Verursacherprinzip. D Verursacher vu de dreckige Stadt sin nit diä Lit, däne de Abfall üs Versähne rabkait. Na nai, do möeß mer schu eweng um d Ecki denke kenne. D Verursacher sin diä Händler, wu ihri Ware in Verpackunge verkaufe. Also de Beck zöem Beispil. Der verkauft sini Weckli in Guggele. Jetz kanns schu emol bassiäre, dass der s Weggli gli ißisch, wil der e mords Kohldampf hesch un deno? Wuhi mit de Guggele, wenn si leer isch? De negscht Abfalleimer isch ei oder zwei Meter wit wäg. Isch jo klar, dass d Lit s Papierli un d Guggele rabkaie leen.

e wite Wäg

 

„Z‘ Friburg in de Stadt, sufer isch’s un glatt.“ So wiäs de Johann Peter Hebel emol dichtet het, ischs uf de Wäge vu de Stadtreinigung gstande. Der Spruch isch verschwunde, wurum wohl?

Zöe dem Thema fallt mer noch e Liäd ii. Eins wu’s au um dreckigi Gschichte gange isch, s isch um de ehemalig Präsident George Bush gange: „Dear Mr. President, take a walk with me“ het d Pink gsunge. „Liäber Herr Burgermeischter, gehmer mol e Stickli mitenander durch d Stadt?“ kennt doch au basse.

Sin froh, dass ich nit singe kann, sunscht dät ich am End des Liäd noch umschribe.

Adjee mitenand

sait s Rénate