S goht ums Iiberläbe – s fallt mer noch ebbis ii

Des mit em Muffin isch nit ganz eifach gsi. Schu wiä d Verkäuferi dem Mann vor mir s Geld abzellt het, hab ich s gwißt. E Deeschili. Hit emol kei Stornokass, sondern e Deeschili. Ich hab e Schokomuffin bstellt, un halt Schokomaffin gsait, so wiä mers halt üsspricht.

Ein Schokomuffi? ischs zruck kumme. Jawoll, wenn s si möeß, au e Schokomuffi. Zöem Oberlehreri spiele hab ich jetz keini Nerve meh gha. Si het schu ganz vorsichtig agfange, mit de Zange rumzgnofere un het versöecht, s „Muffi“ in d Gugele ni z pflimle.
Gän si mers eifach eso, Sie kennes am Papierli aalange, s Papier iß ich nit, obwohl ich mer do mittlerwil nimmi so sicher gsi bin.

Wu ich des „Muffi“ deno g’esse hab – hän diä e Hüffe Backpulver ni – hab ich mer denkt:

Wenn ich doch nur ibers s Elsiss gfahre wär. Dert gits ei Boulangerie an de andere. Un dert gits feini pain au chocolat, millefeulles, wu s d Vanillefillung nüsdruckt wänn der nibißisch, genauso bi de éclairs. Aber diä Säuerei isch es wert. Un d Fruchttertli sin s Bescht. E knuschprige Mirbteigbode, eweng Vanillecreme, e paar Ärbele un e Aprikosglasür. Nit  wiä bi unsere Bäckereikette: e viäreckigs Blech mit eme undefinierbare Bode üsglaijt, e Dämmmassse druf, wu üssiht un au schmeckt wiä Rasierschüm, e baar ghäcksleti Ärbele druf un dass alles scheen hebt, Torteguss wiä Betong driber.

Am Beschte, der bachsch sälwer.

Adjee mitenand

saits Rénate

Tödlichi Gfohr im Frejohr

S duftet wider iberall nooch #Bärlauch, manchi sage au, s stinkt.

Mir sammle schu lang des Greänziig im Frejohr un mache Bärlauchbutter oder Peschto drüs oder streje eifach e baar Streife uf s Salatschissili. Sitter e baar Johr wird immer wider gwarnt vor de tödliche Verwechslung mit de Maigleckli. Des isch natirlig tragisch, wänn der diä zwei Pflanze nit üsenander halte kannsch. Aber wenn de ganze Waldbode ei einzige Bärlauchdeppig isch, un d Luft voll mit dem einzigartige Ziwele-Knoblig-Gmisch isch, wurum sott jetz do e Maigleckli dezwische si?

 

Des isch diä groß Froog bim Obendesse neijlig gsi. D Burschd sin deheim gsi un ich hab Käsknepfli (Knepfli, keini  Spätzle!) mit Salat gmacht. Do wickle si als, un des Esse derf ich mache, ohni dass mer mi Mann niischwätzt. Aber eifach nur esse un zfride sii? Na nai, nit bi uns!

Wu s Maidli zöem dritte Mol Käsknepfli gschepft het, het si Bröeder mol wider gmeint, eweng  stupfe z miäeße: „Schwesterlein, denk an deinen BMI, sonst wirst du noch eine Pfludde.“ (S einzig, was unsri Kinder uf alemannisch kenne, sin e baar Schimpfwerder.)  Ich hab als au schu emol denkt:  S Maidli isch so e Griftli gsi, wu s uf d Welt kumme isch, knappi sechs Pfund hets gwoge, un s isch au lang e rings Kind gsi. Un jetz ischs halt e richtigi Frau.

S het em zruck gäh: „Besser man erkennt an der Figur, welchen Geschlechts man ist – (manchmol schwätzt s schu eweng gschwulle deher)  –  als so ein schwindsüchtiger Hungerhaken zu sein wie deine letzte Flamme. Mama, gibt es hierfür nicht einen fiesen Ausdruck in deinem Dialekt?“ Mer sott jo nit schlecht iber d Partner vu de Kinder schwätze, aber wil d Beziehung jo schu rum gsi isch, hab ich minem Dechterli mit Stiigele, gmolkini Geiß, Rebstecke un Scherbe üsgholfe. Ich möeß em Dechterli aber au Rächt gäh, so e dirrs Wiib un immer schlapp un halber krank. Si isch als am Tisch ghockt, krummbucklig, ihri eckige Schultere hän üsem lumpige T-Shirt rüsglöegt un mit ihre knochige Händ – so groß wiä Klodeckel  – het si e Tasse Tee umklammeret. Si het fascht nur Tee trunke, wil si jo immer eweng malaise gsi isch un g’esse het si fascht nit, un wänn, isch ere es hinterher wider schlecht gsi. De Körper isch feschti Nahrung eifach nit gwehnt gsi.

Mit dere Froog, Bärlauch oder Maigleckli, simmer aber no nit durch gsi. D Stimmung isch sowieso schu am Kippe gsi un ich hab mich als Nichtbiologin au no erkläre miäße, wurum ich imstand bin Bärlauch vu Maigleckli z unterscheide. Jo, wieso ich des kann? Ich schmeck‘ s halt eifach! Minene Kinder het des nit glangt. De Kerli het vorgäh, noch e „Date“ z haa – mer wil jo nit noch Ziwile üsem Mül stinke –  un het s Salatschissili eifach stoh lo. Un s Maidli het demonschtrativ an jedem Blättli gschmeckt. Zöedem hän d Kinder noch wisse welle, wiäs denn mit de Lebensversichung isch – vu minem Mann un mir, also wänn einer vu uns beide ins Gras (oder in d Maigleckli) bißt. Do het mi Mann schnell sini Salatschissle mit minere üsdüscht.  Ich hab en bees aglöegt un minene Kinder erklärt, dass ich mi Rente kriäg un jetz au noch de Minijob hab. Ich hab also kei akuti Geldnot, dass ich de Vater um d Ecke bringe miäßt. Also wirklig! S Dessert hän alli gesse, Himbeere mit Vanilleiis. – Was mer do alles nimischle kennt . . .

Also s Maidli kann jo nit eso göet iistecke – des mit em BMI het s gwurmt. S het diä ganz Zit iiberleijt, wiäs sinem Bröeder noch emol eins üswische kennt un het en gfrogt: „Wie ist es denn so, mit lauter jungen hippen Kids zu studieren, du bist ja bald näher an dreißig als an zwanzig, und auf deinem Hinterkopf zeichnet sich eine Tonsur ab, von der ein mancher Mönch im Mittelalter nur hätte träumen können.“

Jetz sin si quitt gsi!

Am negschte Daag hab ich d Versicherungsunterlage rüsgsöecht un d Lebensversicherung ufgleest.

So het diä Striterei ebbis Göets fir sich gha.

Adjee mitenand
saits Rénate